Morgante Nero D'Avola Sicilia DOC 2023

Morgante Nero D'Avola Sicilia DOC 2023

© www.morgantevini.it Im Hin­ter­land von Agri­gen­to, nur einen Stein­wurf vom Tal der Tem­pel ent­fernt, liegt Grot­te – ein kar­ges, son­nen­hel­les Hügel­land, das auf den ers­ten Blick eher nach Man­deln und Oli­ven aus­sieht als nach gro­ßen Rot­wei­nen. Genau hier hat die Fami­lie Mor­gan­te ihre Wur­zeln. Über Gene­ra­tio­nen hin­weg bewirt­schaf­te­te sie Land und Reben, lan­ge Zeit wie vie­le in Sizi­li­en vor allem als Lie­fe­rant für Fass­wein. Erst in den 1990er-Jah­ren kam die bewuss­te Zäsur: weg vom anony­men Men­gen­wein, hin zum eige­nen Wein­gut und zur Abfül­lung unter dem Fami­li­en­na­men. 1994 grün­de­te Anto­nio Mor­gan­te offi­zi­ell die Kel­le­rei – ein Schritt, der für die Regi­on damals alles ande­re als selbst­ver­ständ­lich war. Die Wein­ber­ge lie­gen auf sanf­ten Hügeln rund um Grot­te, meist zwi­schen etwa 350 und 550 Metern Höhe. Die­se Höhen­la­ge ist in Süd-Sizi­li­en ein ech­ter Trumpf: tags­über Hit­ze und Licht, nachts spür­ba­re Abküh­lung. Dazu kom­men ton- und kalk­hal­ti­ge, teils mer­ge­li­ge Böden – nicht bequem für die Rebe, aber ide­al, um Struk­tur und Fri­sche auf­zu­bau­en. Das Ter­ro­ir erklärt, war­um Mor­gan­te-Wei­ne trotz medi­ter­ra­ner Rei­fe nie nur „warm und dick“ wir­ken, son­dern eine über­ra­schend kla­re Kon­tur haben. Im Mit­tel­punkt steht Nero d’Avola, für Mor­gan­te nicht als All­round-Trau­be, son­dern als Iden­ti­tät. Das Gut arbei­tet bewusst mit ver­gleichs­wei­se nied­ri­gen Erträ­gen und selek­ti­ver Lese, um die Sor­te ernst zu neh­men – eine Hal­tung, die man schmeckt. Oeno­lo­gisch beglei­tet wird das Pro­jekt seit Jah­ren von Ric­car­do Cotar­el­la, einem der pro­fi­lier­tes­ten ita­lie­ni­schen Bera­ter. Das ist ein Vor­teil, kann aber auch zur Ver­su­chung wer­den: zu viel Holz, zu viel Make-up. Mor­gan­te umschifft die­se Klip­pe meist gut, weil Frucht und Wür­ze klar im Vor­der­grund blei­ben. Der Stil des Hau­ses lässt sich an zwei Polen fest­ma­chen. Da ist zum einen der „klas­si­sche“ Nero d’Avola: saf­tig, dun­kel­beer­ig, mit medi­ter­ra­nen Kräu­tern und einer für Sizi­li­en erstaun­lich fri­schen Linie. Und da ist der „Don Anto­nio“, benannt nach dem Grün­der – ein selek­tier­ter, im Bar­ri­que aus­ge­bau­ter Top­wein, der zeigt, wie tief und lang­le­big Nero d’Avola sein kann, wenn man ihn ernst­haft behan­delt. Bei­de Wei­ne sind im Kern sehr sizi­lia­nisch, aber ohne Folk­lo­re: kraft­voll, ja, doch mit sau­be­rer Struk­tur und kei­nem süßen Restzucker-Trick.Mehr anzeigen
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